Gedenken an Alfred Husek
Alfred Husek
* 18.7.1933, † 9.11.2004
Das Wiener Schach hat einen Freund und Gönner verloren.
Wir betrauern das Ableben von Alfred Husek, der am 9. November nach kurzer, schwerer Krankheit im 72. Lebensjahr für immer von uns gegangen ist.
Alfred Husek war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der das Schach liebte, es in seiner Jugend als engagierter Turnierspieler (Wiener Jugendmeister 1953, mehrmaliger Auswahlspieler des Wiener Landesverbandes, Mitglied der österreichischen Siegermannschaften zur Eisenbahnerolympiade in den Jahren 1954 und 1956) erfolgreich ausübte und es später als Funktionär auf Vereins- und Landesebene mit hohem persönlichen und finanziellen Einsatz unterstützte und förderte. Sein Bestreben war es stets, der Schachgemeinschaft Gutes zu tun.Er war Mitglied in mehreren Vereinen, gründete 1972 den Betriebsschachklub „Husek Stadlau“, der in Folge zu einem der spielstärksten Betriebsschachvereine heranwuchs und in dem internationale sowie nationale Titelträger ihr hohes Können unter Beweis stellten. Er förderte den Vergleich nationaler Spitzenspieler mit Kollegen aus dem benachbarten Ausland. Mitte der 90er Jahre nahm er die Funktion des geschäftsführenden Präsidenten des Wiener Schachverbandes ein. Unter seiner Federführung gelang es, die angeschlagenen Finanzen in Ordnung zu bringen und die Durchführungsbestimmungen der Wiener Ligen zu reformieren. Er unterstützte die Realisierung des großen Wiener Rathausturniers 1996 (mit dem heutigen Weltmeister V. Kramnik, P. Leko, V. Kortschnoi und anderen internationalen Schachgrößen), dessen Zustandekommen alles andere als sicher war. Unter seiner Ägide wurde auch ein wichtiges medizinisches Gutachten zum Thema „Schach ist Sport“ realisiert und die Nachricht, dass Schach nun tatsächlich als Vollmitglied in die Bundessportorganisation aufgenommen wurde, hätte ihn wohl sehr gefreut.So sehr Alfred Husek ein unermüdlicher Kämpfer für die Sache war, so zurückhaltend war er, wenn es um seine Person ging. Eine unerfreuliche Disharmonie mit anderen Funktionären veranlasste ihn, sich aus der Funktion als geschäftsführender Präsident zurück zu ziehen.Des einen Leid, des anderen Freud! Unermüdlich wie eh und je, wandte sich Alfred Husek unserem SK Austria Wien zu, ermöglichte als Präsident des Vereines eine qualitative Verbesserung der Staatsligamannschaft und sicherte unserem Verein über mehrere Jahre hinweg den Verbleib im bundesweiten Bewerb der Staatsliga.Im Laufe der letzten Jahre zog sich Alfred Husek aus seiner Funktionärstätigkeit mehr und mehr zurück. Er nahm jedoch weiterhin bis vor wenigen Wochen am Klubbetrieb regelmäßig teil, hatte stets ein offenes Ohr für Belange des Vereines und war vielen von uns ein lieber Freund. In dankbarer Anerkennung seiner Verdienste um unseren Verein wurde ihm bei der Generalversammlung 2002 die Ehrenpräsidentschaft verliehen.Sein Ableben bedeutet einen schweren Verlust, seine Präsenz wird dem Schach fehlen. Behalten wir seine Leistungen und seine Person anerkennend in Erinnerung.
Wien, am 19. November 2004 Schachklub Austria Wien
Kurze Zusammenfassung der Schachlaufbahn von Alfred Husek:
1948 - Eintritt in den SK Ottakring
1950 - Eintritt bei der Schulgemeinde (Sektion des SK Hietzing)
1953 - Wiener Jugendmeister
1954 - ASKÖ LandesmeisterTeilnahme an der Eisenbahnerolympiade (mit einem Ergebnis von 90 %), Gewinner der Siegergruppe im Jugendturnier der „Neuen Wiener Tageszeitung“ vor Svec und Wallner (76 Teilnehmer)1954 bis 1967 - abwechselnd Mitglied bei den Vereinen und/oder Betrieben ÖBB, Margareten, Mariahilf, Austria, E-Werk, Kaisermühlen, Fünfhaus
1955 - ÖBB-StaatsmeisterErfolgreiche Qualifikation zur Wiener Stadtmeisterschaft, welche zur damaligen Zeit stets ein bedeutendes Turnier im österreichischen Schachleben darstellte.Berufung in die Wiener Auswahlmannschaft zur Bundesländermannschaftsmeisterschaft (Ergebnis: 4,5 aus 7)1956 - Teilnahme an der Eisenbahnerolympiade (100 % am 2. Brett)
1956 - Teilnahme an der Wiener StadtmeisterschaftBerufung in die Wiener Auswahlmannschaft zur Bundesländermannschaftsmeisterschaft (Ergebnis: 5 aus 7)1957 - Berufung in die Wiener Auswahlmannschaft zur Bundesländermannschaftsmeisterschaft (ohne Niederlage)
1958 - Teilnahme an der Wiener Landesmeisterschaft als Vorturnier zur Staatsmeisterschaft.
1967 bis 1972 - abwechselnd Mitglied bei den Vereinen Margareten-Neubau, WVB, -Berghofer und Kaisermühlen
1972 - Gründung „seines“ Betriebsschachklubs Husek-Stadlau“
1995 bis 1996 - geschäftsführender Präsident des Wiener Schachverbands
1994 bis 2002 - Präsident des SK Austria Wien
1998 - Ehrung des Wiener Schachverbandes für 50 Jahre Mitgliedschaft
2002 - Verleihung der Ehrenpräsidentschaft des SK Austria Wien
Die Karriere „seines“ Betriebsschachklubs HUSEK-STADLAU (seit 1997/98 auch Verein)
1972/73 - Gründung und Start mit zwei Mannschaften
1975/76 - erstmals Teilnehmer an der Betriebsliga, es wird auf Anhieb der 3. Platz erreicht.
10-maliger Sieger der Wiener Betriebsliga in den Spielsaisonen:
1978/79, 1983/84, 1986/87, 1987/88, 1989/90, 1990/91, 1992/93, 1999/00, 2000/01, 2001/02.
Der SK Austria Wien dankt für die Hilfe bei der Zusammenstellung voran stehender Angaben den Herren Prof. Anton Strauß und Hofrat Dr. Herbert Petrousek.
